Wenn Bücher sprechen
Uznacher Sek-Schüler und Schülerinnen begeistern mit Hörbuchprojekt für die Stiftung Balm
Uznach/Balm – Bücher hören statt lesen – ganz ohne Betreuungsperson? Was nach technischer Spielerei klingt, wurde durch ein engagiertes Schulprojekt in Uznach zu einer echten Herzensangelegenheit. Die beiden 3. Sekundarklassen haben mit sogenannten Anybook-Stiften eine ganze Sammlung an Hörbüchern für Menschen mit Beeinträchtigungen erstellt – und damit viel Freude ausgelöst.

Anybook-Stifte sind digitale Vorlesehilfen: Wird der Stift auf einen speziellen Sticker im Buch gehalten, spielt er automatisch den zuvor aufgenommenen Text ab. Damit wird Menschen, die nicht selbst lesen können, den Zugang zu Literatur ermöglicht – unabhängig von einer Vorleseperson.
Im Zuge der Digitalisierung hat die Schule Uznach im Januar 2025 auf modernere Tiptoi-Stifte umgestellt. Die älteren Anybook-Stifte sollten jedoch nicht einfach entsorgt werden. Stattdessen entstand die Idee, sie für ein sinnvolles Projekt zu nutzen – und damit gleichzeitig Literatur für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich zu machen.
Ein Monat voller Geschichten und Begeisterung
Die Stiftung Balm in Rapperswil-Jona stellte eine Auswahl geeigneter Bücher zusammen, die von den Schülerinnen und Schülern mit grosser Motivation vertont wurden. Fast einen Monat lang wurde im Klassenzimmer vorgelesen, aufgenommen, gelacht und konzentriert gearbeitet. Die fertigen Bücher erhielten spezielle Sticker, über die die Aufnahmen per Stift jederzeit abrufbar sind.

Der grosse Moment kam am 20. Juni 2025. Im Rahmen eines feierlichen Anlasses durften die Jugendlichen ihre Werke den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stiftung Balm überreichen. Die Begeisterung war auf beiden Seiten spürbar. Eine spannende Führung durch die Angebote der Stiftung und ein liebevoll vorbereiteter z’Nüni machten den Tag für alle Beteiligten zu einem besonderen Erlebnis.

Ein Projekt, das Spuren hinterlässt
Für die Jugendlichen war dieses Projekt ein bedeutungsvoller Abschluss ihrer Schulzeit. Sie konnten erleben, wie ihre Arbeit über das Schulhaus hinaus Wirkung entfaltet – und mitten ins Herz einer Gemeinschaft trifft. Technik, Sprache und soziales Engagement verschmolzen hier zu etwas ganz Besonderem: einem Projekt, das bleibt.

Gleichzeitig steht es exemplarisch für gelebte Inklusion, gegenseitigen Respekt und das Miteinander zwischen Generationen und Lebenswelten. Es ist beeindruckend zu sehen, wie durch Engagement, Kreativität und Zusammenarbeit etwas so Positives entstehen kann. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, die dieses Projekt möglich gemacht haben!